Innovative Minds #05
Prof. Dr. Monique janneck

Wie entstehen Innovationen zwischen Praxis und Forschung? In unserer Reihe „Innovative Minds“ stellen wir Menschen aus Wissenschaft und Wirtschaft vor, die mit ihrer Arbeit Innovationen für die Hansebelt-Region vorantreiben.

Diesmal: Prof. Dr. Monique Janneck Wissenschaftliche Direktorin des Instituts für Interaktive Systeme (ISy) und Prodekanin für Forschung und Internationalisierung am Fachbereich Elektrotechnik und Informatik der Technischen Hochschule Lübeck.

Woran forschen Sie?

Ich forsche im Bereich der Mensch-Computer-Interaktion sowie der computergestützten Kommunikation und Kooperation. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf digitaler Bildung und der Frage, wie Lernprozesse durch digitale Technologien sinnvoll unterstützt werden können. Darüber hinaus beschäftige ich mich mit der soziotechnischen Gestaltung, also dem Zusammenspiel von technischen Systemen und sozialen Strukturen. Ziel ist es, digitale Technologien nutzer*innenorientiert, verständlich und wirksam zu gestalten.

Wie trägt Ihre Arbeit dazu bei, Herausforderungen aus der Praxis zu lösen und Innovationen für die Hansebelt-Region zu gestalten?

Meine Arbeit ist in der Regel in interdisziplinären Projekten mit Praxispartnern und Forschungspartnern aus verschiedenen Disziplinen eingebettet. Gemeinsam entwickeln wir beispielsweise digitale Interventionen zur Gesundheitsförderung, etwa in Kooperation mit der AOK sowie Fachleuten aus der Arbeits- und Gesundheitspsychologie. Darüber hinaus untersuchen wir den sinnvollen Einsatz von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz, insbesondere in kleinen und mittleren Unternehmen. Ziel ist es, praxisnahe Lösungen zu entwickeln und Unternehmen bei der Umsetzung zu unterstützen.

An welcher Innovation arbeiten Sie aktuell?

Im Projekt Digital Learning Campus arbeiten wir an der Entwicklung einer intelligenten Bildungsplattform für ganz Schleswig-Holstein. Ziel ist es, allen Bürger:innen sowie Unternehmen flexible Weiterbildungsangebote zugänglich zu machen und individuelles Lernen zu ermöglichen. Unternehmen können nicht nur Angebote nutzen, sondern sich auch aktiv einbringen und eigene Inhalte gestalten. Zudem fördert die Plattform die Vernetzung von Hochschulen, Unternehmen, Schulen und weiteren Akteuren.

Worin sehen Sie den Mehrwert von Projekten, die Praxis und Forschung verbinden?

Ich sehe keinen grundsätzlichen Gegensatz zwischen anwendungsorientierter und grundlagenorientierter Forschung – beide sind wichtig und ergänzen sich. Anwendungsbezogene Projekte erfordern häufig auch grundlegende Forschung, ebenso wie aus Grundlagenforschung wichtige Impulse für Anwendungen entstehen. Entscheidend ist, dass für jede Fragestellung die passende Forschungsmethodik gewählt wird. Der Mehrwert besteht darin, wissenschaftliche Erkenntnisse schneller und gezielter in wirksame Lösungen zu überführen.

Welche Art von Kooperation oder Austausch mit der Wirtschaft suchen Sie aktuell?

Wir verfügen über umfangreiche Erfahrung in der Begleitung von Unternehmen bei Digitalisierungsprojekten sowie bei der Entwicklung digital gestützter Weiterbildungsangebote. Dazu gehören auch Projekte im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung. Wir sind offen für Kooperationen mit Unternehmen, die entsprechende Vorhaben gemeinsam mit uns umsetzen möchten. Besonders interessieren uns Partnerschaften, bei denen Forschung und praktische Umsetzung eng verzahnt sind.

Was hilft Ihnen persönlich dabei, neue Ideen und Innovationen umzusetzen?

Ich arbeite bevorzugt in interdisziplinären Teams, da unterschiedliche Perspektiven neue Denkansätze und kreative Lösungen ermöglichen. Dabei probieren wir bewusst neue Methoden und Herangehensweisen aus oder entwickeln sie gemeinsam weiter. Wichtig ist mir außerdem, dass unsere Forschungsteams ausreichend Freiraum haben, um über etablierte Vorgehensweisen hinauszugehen. Der konsequente Einbezug der späteren Nutzer:innen im Sinne eines Human-Centered Designs ist für mich ebenfalls ein zentraler Treiber von Innovation.

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Viola Busch
Redakteurin für digitale Medien

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Foto © Olaf Malzahn 

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