KI für den Menschen - Neuer DFKI-Forschungsstandort in Lübeck eröffnet: Innovative Wege für Wirtschaft und Wissenschaft

Am Freitag, den 23. Januar 2026, eröffnete das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) feierlich seinen neuen Standort in Lübeck. Die neuen Räumlichkeiten befinden sich auf dem Hanse Innovation Campus Lübeck im Multifunktions-Center IX (CV, Maria-Goeppert-Straße 15) der Universität zu Lübeck und stärken den nördlichsten Standort des DFKI als wichtigen Knotenpunkt für KI-Forschung im Gesundheitsbereich.

Unter dem Leitmotiv „KI für den Menschen“ verfolgt das DFKI in Lübeck das Ziel, praxisnahe und verantwortungsvolle KI-Lösungen zu entwickeln. Der Schwerpunkt liegt auf assistiven Gesundheitstechnologien sowie der medizinischen Bild- und Signalverarbeitung, die medizinisches Personal entlasten, Patient*innen unterstützen und die Gesundheitsversorgung nachhaltig verbessern. Das Labor startete bereits 2021 als Außenstelle. Mit einer Förderung von knapp fünf Millionen Euro unterstützt die Landesregierung seit 2024 den Ausbau des Labors für drei Jahre. 

Zur Eröffnung betonten Dirk Schrödter, Minister und Chef der Staatskanzlei Schleswig-Holstein, DFKI-Geschäftsführer Prof. Dr. Antonio Krüger sowie die Laborleiter Prof. Dr. Heinz Handels und Prof. Dr. Marcin Grzegorzek in ihren Ansprachen die strategische Bedeutung des Standorts. Der Standort auf dem Hanse Innovation Campus Lübeck vereint Universitätsmedizin, Forschung und Wirtschaft auf kurzen Wegen – ideale Voraussetzungen für einen schnellen Technologietransfer.

Ein Blick in die Zukunft der Forschung

Zu diesem feierlichen Anlass wurde auch personell ein Blick in die Zukunft geworfen. Mit Prof. Dr. med. habil. Claudia Schmidtke, Sprecherin des Universitären Herzzentrums Lübeck (UHZL) am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein und Professorin für Herzchirurgie, gewinnt der Standort zusätzlich medizinische und gesundheitspolitische Expertise. Seit Dezember 2025 ist sie affiliierte Professorin im Forschungsbereich „KI für Assistive Gesundheitstechnologien“ am DFKI Lübeck. Der bislang einzigartige Fokus ihrer Arbeit liegt auf KI-Anwendungen in der Gender- und Frauengesundheit. Prof. Schmidtke forscht an KI-gestützten Assistenzsystemen, die gezielt geschlechtersensible Daten und patientenzentrierte Entscheidungsunterstützung kombinieren. Ziel ist es, die Gesundheitsversorgung von Frauen lebenslang realistisch abzubilden und so bestehende Versorgungsungleichheiten zu verringern. 

 

Prof. Dr. Heinz Handels (Forschungsbereichsleiter "KI in der medizinischen Bild- und Signalverarbeitung"), Prof. Dr. Marcin Grzegorzek (Leiter des Forschungsbereichs KI für Assistive Gesundheitstechnologien), Prof. Dr. Antonio Krüger (DFKI CEO), Prof. Dr. Thomas Eisenbarth (affiliierter DFKI-Professor), Copyright: DFKI, Foto: Jimmy Dao Sheng Liu

Kurze Wege, große Wirkung – Prof. Dr. Marcin Grzegorzek über die Zukunft der KI-Gesundheitsforschung in Lübeck

Prof. Dr. Marcin Grzegorzek, Leiter des Forschungsbereichs KI für Assistive Gesundheitstechnologien am DFKI, erläutert die Chancen des neueröffneten Standorts für Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft.

 

Welche Bedeutung hat der Ausbau des DFKI-Labors Lübeck für die KI-Forschung im Bereich Gesundheit?

Prof. Dr. Marcin Grzegorzek: „Lübeck bietet eine hervorragende Kombination: starke Universitätsmedizin, interdisziplinäre Forschung, Nähe zu kleinen und mittleren Medizintechnikunternehmen sowie eine gute technologische Infrastruktur. Auf dem Hanse Innovation Campus sind die Wege kurz zwischen Forschung, Klinik und Praxispartnern, was der Transfergeschwindigkeit zugutekommt. Außerdem gibt es eine wachsende Community, die sich mit KI und Gesundheit befasst, was Synergien und neue Ideen fördert. 

Welche Rolle spielt die Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen und Kliniken für Ihre Arbeit?

Prof. Dr. Marcin Grzegorzek: „Ohne diese Kooperationen könnte viel von dem, was wir entwickeln, nicht wirklich effektiv in den Alltag gelangen. Kliniken bringen die reale Problematik, die Patientinnen und Patienten mitbringen, Unternehmen liefern Technologie und Umsetzungskompetenz, und Forschung verbindet diese Perspektiven. So stellen wir sicher, dass unsere KI-Lösungen nicht nur wissenschaftlich fundiert sind, sondern auch praktikabel, nutzerfreundlich und rechtlich wie ethisch verantwortlich sind.“

Wenn Sie in die Zukunft blicken: Welche Chancen eröffnet das DFKI-Labor Lübeck in den nächsten Jahren für Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft?

Prof. Dr. Marcin Grzegorzek: „Ich sehe mehrere große Chancen:

Wissenschaftlich: Wir werden neue Methoden entwickeln, etwa in erklärbarer KI, Edge-AI und multimodaler Sensorik, die robust, sicher und fair sind.

Wirtschaftlich: Regionale Unternehmen, von Startups bis Mittelstand, können innovative Produkte basierend auf unseren Entwicklungen bringen, was neue Arbeitsplätze und Wettbewerbsvorteile schafft. Auch DiGAs (Digitale Gesundheitsanwendungen), Reha-Technologie und personalisierte Gesundheit bieten starke Marktpotenziale.

Gesellschaftlich: Die Technologie kann dazu beitragen, Gesundheitsversorgung inklusiver und zugänglicher zu machen, gerade in ländlichen Regionen oder für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Es geht auch darum, den demografischen Wandel und den Fachkräftemangel im Gesundheitswesen zu adressieren, durch assistive Systeme, intelligente Automatisierung und bessere Prävention.“

 

 

Standort und Kontakt

DFKI Labor Lübeck

Deutsches Forschungszentrum für
Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI)
MFC IX Technikzentrum Lübeck, 2.OG
Maria-Goeppert-Straße 15
23562 Lübeck

 

Titelbild: v.l.n.r.: 
Prof. Dr. Heinz Handels (Forschungsbereichsleiter "KI in der medizinischen Bild- und Signalverarbeitung"), Dirk Schrödter (Minister und Chef der Staatskanzlei des Landes Schleswig-Holstein), Prof. Dr. Antonio Krüger (DFKI CEO), Prof. Dr. Claudia Schmidtke (affiliierte DFKI-Professorin), Prof. Dr. Marcin Grzegorzek (Leiter des Forschungsbereichs KI für Assistive Gesundheitstechnologien)
Copyright: DFKI, Foto: Jimmy Dao Sheng Liu

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Viola Busch
Redakteurin für digitale Medien
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