„Transfer ist zentrale Aufgabe und kein Zusatz“ – Rückblick auf den Innovationsrat des Projekts HI Lübeck

Wie der Hanse Innovation Campus Lübeck Wissenschaft und Wirtschaft vernetzt

Im Oktober kamen Vertreter*innen des Innovations- und Forschungsverbunds zum diesjährigen Innovationsrat im Audimax auf dem Hanse Innovation Campus Lübeck zusammen. Im Zentrum stand die Frage, wie Transfer aus den Hochschulen in die Praxis gelingen kann – strategisch, nachhaltig und mit echtem Mehrwert für die Region.

Innovationsrat bot Raum für den strategischen Transfer auf dem HIC Lübeck

Zu dem Termin luden die Gesamtprojektleiter*innen Prof. Dr. Moreen Heine, Professorin für E-Government und Vizepräsidentin für Transfer und Nachhaltigkeit an der Universität zu Lübeck, Prof. Frank Schwartze, Vizepräsident für Innovation und regionale Kooperation an der Technischen Hochschule Lübeck, Julia Sarre, Geschäftsführerin der HIC GmbH, und Dr. Frank Schröder-Oeynhausen vom Technikzentrum Lübeck ein. In ihren Ansprachen betonten sie, dass der Hanse Innovation Campus Lübeck als Verbund von Forschungseinrichtungen gemeinsam mit der Wirtschaft einen einzigartigen Innovationsmotor bildet, der Forschung, Praxisanwendung und unternehmerischen Nutzen miteinander verbindet.

Durch das Programm führte der Projektmanager des Transferprojekts HI Lübeck, Karsten Zwieg, der die Teilnehmenden begrüßte und den Innovationsrat als „wichtige Plattform für Dialog und strategische Weiterentwicklung“ beschrieb. Er betonte, dass der Erfolg des Hanse Innovation Campus Lübeck auf der aktiven Zusammenarbeit seiner Partner*innen aus Wissenschaft und Wirtschaft basiert.

Prof. Dr. Moreen Heine und Prof. Frank Schwartze betonten: Erfolgreicher Transfer lebt von Kooperation und persönlichen Beziehungen zwischen Wissenschaft und Praxis.

Inspirierender Impuls des Stifterverbands

Den Auftakt machte Cornels Lehmann-Brauns vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e. V. mit seinem Vortrag „Transfer strategisch verankern und entwickeln“. Seine zentrale Botschaft: „Transfer ist zentrale Aufgabe und kein Zusatz.“ Lehmann-Brauns machte deutlich, dass erfolgreicher Wissens- und Technologietransfer nur gelingen kann, wenn er als Kernaufgabe der Hochschulen verstanden und strukturell verankert wird.

Ansätze für diese strukturelle Verankerung sieht er beispielsweise im Schaffen von Transferanreizen durch Preise, Transfer-Semester oder Lehrdeputatsreduktionen. Auch die Verankerung von Transferstrategien bezeichnet er als zentrale Querschnittsaufgabe von Hochschulen. Insbesondere mit Blick auf knappe Ressourcen könne eine Transferstrategie durch Priorisierung und klare Handlungsfelder eine langfristige Orientierung ermöglichen.

Weitere Transfer-Handlungsfelder veröffentlicht der Stifterverband in seinem Transferbarometer unter www.transferbarometer.de. Dies ist ein praxiserprobter Ansatz zur Darstellung und Erfassung verschiedener Transferprofile. 

Vielfalt auf dem HIC Lübeck – Pitches aus den Teilvorhaben

Im Anschluss präsentierten vier Forschungsbereiche vom HIC Lübeck ihre Ideen, Formate und Fortschritte im Transfer:

  • Energie und Smart City – nachhaltige Lösungen für die Stadt von morgen
  • Ernährung und Bioökonomie – regionale Wertschöpfung neu gedacht
  • Intelligente Gesundheit – Digitalisierung im Gesundheitswesen
  • Produktion von Morgen – innovative Prozesse und Technologien für die Industrie

In kurzen, prägnanten Pitches zeigten sie, wie lebendig und anwendungsnah Transferkooperationen auf dem HIC Lübeck bereits gelebt werden.

Beispielhafte Ergebnisse der Zusammenarbeit mit Unternehmen und KMU:

  • Der Food-Facility-Finder: über diese zentrale Plattform hat die Ernährungswirtschaft im Norden ab sofort die Möglichkeit, führende Einrichtungen aus der Region und Kooperationspartner sowie innovative Lösungen für Ihre spezifischen Unternehmensanforderungen zu finden
  • Transferveranstaltungen: Lunch Pitches, Hackathons und Beratungsangebote für die Wirtschaft bringen Wissenstransfer in die Region und Forschung und Praxis zusammen
  • Arbeitskreise mit der IHK zu Lübeck: bieten Raum für fachlichen Austausch, zum Beispiel in den Bereichen Predictive Maintenance oder Lean Management
  • Transferorientierte Lehre: in neuartigen Lehrformaten kommen Wirtschaft und Wissenschaft zusammen, um anwendungsnah voneinander zu lernen
  • Infrastruktur zugänglich machen: Gemeinsam mit Unternehmen entsteht eine Plattform, die Räume und Infrastruktur für die Wirtschaft zugänglich machen

Austausch und Vernetzung

In der anschließenden Diskussionsrunde wurde deutlich: Transfer hat viel mit Menschen und Beziehungen zu tun. Der Innovationsrat 2025 bot Raum für intensiven Austausch, neue Perspektiven und konkrete Ideen, wie Forschende und Unternehmer*innen noch enger zusammenarbeiten können. Durch den kontinuierlichen Dialog zwischen Wissenschaft und Wirtschaft entstehen hier nachhaltige Impulse für die gesamte Region.

Pressekontakt
Viola Busch
Redakteurin für digitale Medien
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